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Stahlgiesserei: vom Industriedenkmal zum Stadtteil

Organisatorische und logistische Meisterleistung dank durchgetaktetem Bauplan

Facts & Figures

Bauzeit: 2017-2022

Architekten: Ulmer Ledergerber Architekten AG

Nutzer: divers

Region: Schaffhausen

Geschichte erhalten und weiterschreiben

Verdichtetes Bauen, Arealrevitalisierung und die Erhaltung des Industrieerbes waren zentrale Anforderungen an das Projekt Stahlgiesserei. Dort, wo einst Tonnen von Stahl gegossen wurden, entstand in einem Jahrhundertprojekt ein neuer Stadtteil mit 442 Wohnungen, grosszügigen Gewerbe-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen, einer Schule und rund 6000 Quadratmetern Veranstaltungsraum.

Bereits 1991 wurden die vier Stahlgiessereihallen von Georg Fischer stillgelegt und waren lange Zeit die grössten leerstehenden Industriehallen der Schweiz. Mit einer Gesamtlänge von über 300 Metern gehören sie zu den prominentesten Zeitzeugen industrieller Hochkonjunktur – weit über den Kanton Schaffhausen hinaus. Das Besondere an der Stahlgiesserei sind ihre eindrücklichen Dimensionen und das Festhalten an einer klaren Architektursprache. So wurden denn auch drei von vier Hallen erhalten. Bereits früh war klar, dass die 24-Meter-Längshalle als Verbindungsachse in einen Stadtgarten umgewandelt werden sollte. Die Halle ist im Wechsel oben offen oder gedeckt. Hier trifft die neue Architektur direkt auf die historische Substanz. Neben den riesigen Stahlkonstruktionen faszinieren sicherlich auch die hochvertikalen Fenster entlang der Mühlentalstrasse, die durch ihre Grösse fast schon sakral wirken.

Herr Capezzali, was war für Sie als Projektverantwortlicher seitens Schenker Storen die grösste Herausforderung beim Projekt Stahlgiesserei?

 

Die grösste Herausforderung war sicherlich, den Überblick zu behalten und die Logistik sowie die Montageplanung der einzelnen Etappen zu organisieren. Alleine die acht Hochhäuser zählen je 250 bis 300 Fenster. Pro Hochhaus kommen noch 60 Balkone dazu, ohne die drei Etagen vom Innenhof mitgezählt zu haben.

«Wir durften bei diesem historischen Bau unser Wissen und unsere Tatkraft einbringen und haben einen beachtenswerten optischen Touch hinterlassen. Schenker Storen ist nun ein Teil der Stahlgiesserei-Historie.»
Marco Capezzali, Geschäftsführer Schenker Storen AG, Winterthur

Für Hochhäuser über 30 m Höhe bestehen besondere Auflagen für Sonnenschutzprodukte. Wie haben Sie diese erfüllt?

Das ist richtig. Bei Hochhäusern gelten erhöhte Anforderungen hinsichtlich Brandschutz und Windstabilität. Für die an den Hochhausfenstern eingesetzten Vertikalstoffstoren wurde deshalb ein FireTex-Stoff gewählt. Dabei handelt es sich um ein nicht brennbares Glasfasergewebe, das weder einen Brandbeitrag leistet noch toxischen Rauch entwickelt. Zudem entspricht der Stoff Windklasse 5. Bei den Kassettenmarkisen zum Innenhof und an den Terrassen im 17. und 19. Stockwerk kam ein Firemaster-Stoff zum Einsatz. Dieser ist explizit für Horizontal- und Vertikalmarkisen konzipiert worden und ebenfalls schwer entflammbar.

Was war, abgesehen von der enorm hohen Stückzahl, das Besondere an diesem Projekt?

Unabhängig von den technischen Aspekten und der Ausarbeitung der planerischen Details ist mir beim Projekt Stahlgiesserei vor allem die vorbildliche und kollegiale Zusammenarbeit mit der Bauleitung und dem Architekturbüro Ulmer Ledergerber in besonderer Erinnerung geblieben. Wir wurden sehr früh in das Projekt involviert und fühlten uns von Beginn an als Teil dieses tollen Teams.

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